SLG Architekten Part mbB

SLG Architekten Part mbB
Nürnberg

Entwurfsverfasser
Fabian Getto
Matthias Loebermann
Gunther Schmitt

Mitarbeiter
Corinna Patzak

 

 

Beurteilung des Preisgerichts

Die Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf den Raum des Aufseßplatzes mit einer Großform antwortet, die in ihrer Binnenstruktur ein differenziertes Vokabular unterschiedlicher Öffnungen und Tiefen ausbildet. Sie ist damit nicht Abbildder soziokulturellen, sehr differenzierten Lebensentwürfe der Stadt, sondern versucht, durch ihre positive Autorität den städtischen Raum zu defnieren und dem öffentlichen Leben eine Fassung zu geben.

Obwohl die unmittelbare Nachbarschaft eine wesentlich kleinteiligere Stadtstruktur mittels Parzellierung aufweist, kann der Entwurf durch seine durch die Tiefenstaffelung der Fassade erreichte feingliedrig differenzierte Textur das gleiche Motiv auf unterschiedliche Weise in den Raum spiegeln. Die städtebauliche Wirkung des Gebäudeensembles wird kontrovers diskutiert.

Die Fassade vermittelt in ihrer räumlichen Tiefe sowie in ihrer Modifkation eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit dem Stadtraum und ist in ihrer Ausprägung mit Betonfertigteilen und Putzoberfächen, opaken und transparenten Formaten, Fenstern und perforierten Strukturen vielschichtig aufgebaut. Sie wirkt in ihrer modularen Qualität nicht redundant. Der Fensteranteil ist nahezu eingehalten und wirkt durch die Fassadenstruktur eher großzügig.

Auch das Parkgeschoss ist in die Struktur der Lisenen eingebunden. Aufgrund des gewählten Rasters kommt es allerdings zu funktionalen Zwängen mit der vorgegebenen Grundrissstruktur, die nicht ohne Anpassungen zu justieren wären. Durch das aufstrebende Raster ist an einigen Stellen die Einhaltung der Abstandsfächen nicht gewährleistet. Auch die Anleiterbarkeit durch die Feuerwehr wird erschwert. Zudem tritt das Strukturraster über die von der Ausloberin gewünschten Aufbautiefe hinaus.

Der eingeschossige Sockel verhält sich proportional zu den Obergeschossen. Jedoch wird hierdurch die Prägnanz der Ein- und Zugänge geschmälert und die Präsenz der gewerblichen Räume im Stadtraum reduziert. Die Adressbildung der Zugänge zu den Wohngeschossen wird nicht in einem ausreichenden Maß thematisiert. D

er 20-prozentige Grünfächenanteil der Fassade befndet sich vornehmlich auf den Dachgeschossen. Ob er hier als intensive Begrünung eine stadtbildprägende Wirkung erzielen kann, wird kontrovers diskutiert. Beim Innenhof als Landschaftsgarten wird bemängelt, dass dieser als Antagonist zum klar formulierten Hofraum keine angemessene Balance zwischen Grün- und Architekturraum aufweist. Die großzügige Fortführung des Grünraums in die Vertikale wird hingegen begrüßt.

Bei der Fassade im Innenhof wären die vorgeschlagenen Materialien im Hinblick auf die Anforderungen der Gebäudeklasse zu überprüfen. Die Fassade stellt sich als realisierbar dar. Der angegebene Fensteranteil ist eingehalten.

Durch die horizontalen Gesimse innerhalb der Rasterstruktur ist ein erhöhter Reinigungsaufwand zu erwarten. Die Jury würdigt die architektonische Qualität des Beitrags im Hinblick auf den Umgang mit den vielfältigen Rahmenbedingungen des städtischen Raumes sowie den unterschiedlichen Anforderungen der gewerblichen Einheiten, des ruhenden Verkehrs und der Wohneinheiten in der inneren Disposition. Jedoch wird ein differenziertes Eingehen auf die Umgebung des Aufseßplatzes innerhalb der Nürnberger Südstadt vermisst.